Maine Coon Cattery Long Tail Maines seit 1997 

Gesundheit

Unser Standpunkt bezüglich HCM und HD
©Francesca Gagern "Tuscaloosa"

Wir möchten darauf hinweisen, dass wir bevorzugt mit Züchtern zusammenarbeiten und auch unsere Jungtiere bei Züchtern plazieren, die ihre Zuchttiere auf Hüftsdysplasie (HD) und hypertrophe  Cardiomyopathy (HCM) testen lassen. Unserer Ansicht nach ist das nicht nur zum Wohle unserer eigenen Katzen, sondern dient auch der Erhaltung der Rasse in allgemeinen. Wir, die Züchter, sind für die Entwicklung der Rasse verantwortlich und sollten die Maine Coon als gesunde Rasse erhalten. Ich bin dankbar, daß sich in der Vergangenheit Züchter ihrer Verantwortung in der Weiterentwicklung der Rasse bewusst waren  und somit einige der genetischen Probleme, die früher häufiger auftraten, heute nur noch selten zum Vorschein kommen. Ein Beispiel hierfür wäre etwa Pectus - vor 15 Jahren war das mit Sicherheit ein weiter verbreitetes Problem als es heute ist.

Zu Beginn ist es mir besonders wichtig zu erwähnen, daß HCM und HD nicht auf die Rasse Maine Coon beschränkt sind. Ich denke, dass das eine wichtige Information ist damit die Maine Coon nicht fälschlicherweise als "schwache" oder "kränkliche" Rasse verrufen wird, das ist nämlich keineswegs der Fall. Mein Tierarzt hat mir  berichtet, daß er in den letzen Jahren einige Fälle von HCM und auch von HD bei Hauskatzen behandelt hat.

Für mich war die Wichtigkeit dieser Tests schon lange, bevor ich selbst ein Tier hatte, das ein schlechtes HD-Ergebnis bekam, klar. Ich danke hier wirklich allen Züchtern, die mich damals über die Krankheit und die Testmöglichkeiten aufgeklärt haben. Mein eigentliches Schlüsselerlebnis war, als ich einen Kater auf einer Ausstellung sah, der sich beinahe nicht mehr auf den Beinen halten konnte, da er eine sehr schwere Form der HD hatte - da war er gerade mal 2 Jahre alt. Als ich damals das Röngtenbild  dieses Tieres sah war unmissverständlich klar, daß dieses Tier aufgrund der Deformation des Hüftgelenkes schwere Schmerzen haben musste und einer Operation bedurfte. Manche Leute sind der Auffassung, daß HD auch aufgrund von Mangelerscheinungen entstehen kann - wenn ich mir dieses Bild ansehe fällt es mir jedoch schwer, das zu glauben. Glücklicherweise sehen wir meistens kaum Probleme (verminderte Mobilität, Schmerzen) bei Tieren, die eine schlechte Bewertung des Hüften erhalten haben. Ich erachte es als überaus wichtig, daß Katzen, welche nicht völlig frei von jedweden  Anzeichen einer HD oder HCM sind erst gar nicht in der Zucht eingesetzt  werden - es sollte erst gar nicht die Möglichkeit bestehen, daß ein solches Tier seine genetische Belastung an seinen Nachwuchs weitergibt.
Bis jetzt ist noch immer nicht entgültig geklärt, nach welchem Schema diese Krankheiten vererbt werden - es gibt einige unterschiedliche Therorien - gemeinsam ist ihnen allen, daß davon ausgegangen wird, daß diese Krankheiten vererbt werden. Es gibt jedoch einige interessante Fakten - es ist zum Beispiel durchaus möglich eine Katze mit einer schweren HD aus zwei Elterntieren zu bekommen, die beide good getestet haben - aber  auch das Gegenteil ist möglich - eine Katze mit HD ist durchaus in der Lage Tiere mit guten Hüften zu bringen.

Einige Züchter sagten mit, sie sähen keine Veranlassung ihre Tiere zu testen, da sie noch nie ein Problem gehabt hätten.Wenn ich das höre, denke ich, daß sie bis dato einfach Glück hatten. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung und vielen Gesprächen zu diesem Thema mit Züchtern konnte ich die Beobachtung machen, daß früher oder später die Chance, dass ein Züchter einen HCM oder HD bezogenen Vorfall hat, relativ hoch ist.

Es gibt ein einfaches Beispiel, der sehr gut verdeutlicht, wie groß der Unterschied zwischen einem getesteten und einem nicht getesteten Tier sein kann:

Stellen wir uns einmal folgendes Szenario vor - ein Züchter bekommt einen neuen Deckkater, der sieht toll aus und strotzt  vor Gesundheit, also setzt er ihn ohne den Kater zu testen in der Zucht ein. Nehmen wir einmal an, er zeugt pro Jahr 3 Würfe (das ist nur ein Beispiel, aber ich denke ein recht realistisches).  Der Züchter verwendet den Kater 3 Jahre in der Zucht, als der Kater plötzlich Atembeschwerden bekommt und auch nicht mehr so recht spielen möchte. Also bringt ihn der Züchter  zum Tierarzt, der ein Ultraschall macht und daraufhin den Kater im Alter von 4 Jahren mit HCM diagnostiziert. Wenn wir jetzt mal  zusammenzählen - der Kater deckt 3 Jahre lang, im Durchschnitt  zeugt er 3 Würfe pro Jahr, nehmen wir mal an mit einer durchschnittlichen  Wurfstärke von 4 Kitten, dann haben wir 36 Kitten die eine 50 %ige Chance haben, einmal an HCM zu erkranken.

Wie würde die Situation nun aussehen, wenn der Züchter den Kater mit 1,5 Jahren getestet hätte. Wahrscheinlich hätte  er bis dahin 1 bis 3 Würfe gezeugt und hätte vielleicht bis zu 12 Kitten gezeugt - wenn wir nun die Differenz zwischen den 36 Kitten oder den 12 Kitten die möglicherweise ein Risiko haben an einer HCM zu erkranken betrachten  stellt sich die Frage, was würden wir bevorzugen ? Natürlich würden wir bevorzugen ein möglichst geringes Risiko zu haben und das sollte auch unser Ziel sein - jedes möglich Risiko so gering wie nur irgendwie möglich zu halten.

Gesunde Jungtiere großzuziehen ist eines unserer Hauptziele und wir denken, daß diese Tests und helfen können dieses Ziel zu verwirklichen. Trotz allem ist uns bewusst und das möchten wir hiermit auch noch einmal betonen - ganz gleich wieviele Tests man auch macht, es gibt einfach nie eine "Garantie" - wir arbeiten mit Lebewesen und das bedeutet, daß niemand garantieren kann, daß ein Jungtier sein Leben lang nie ein gesundheitliches  Problem entwickeln wird. Selbst wenn ein Tier HCM und HD frei getestet wird, sagt die Untersuchung lediglich aus, das das Tier zum Zeitpunkt der Untersuchung frei von Anzeichen dieser Krankheit  ist  - somit handelt es sich um eine Momentaufnahme und kann daher die Situation ein Jahr später ganz anders aussehen. Dass ein Tier HCM oder HD frei testet bedeutet somit nicht, daß eine erbliche Belastung auszuschliessen ist und somit das Tier  niemals ein Kitten bringen wird, dass einmal von der Krankheit betroffen werden könnte.
Hört sich das nun frustrierend an für Sie ? Sollte es eigentlich nicht - wir sollten uns immer der zahlreichen Krankheiten bewusst sein, die unsere Tiere betreffen könnten - das heisst jedoch nicht, dass diese Krankheiten auch tatsächlich alle auftreten werden.
Und wenn es einen Weg gibt um das zu verhindern, dann denke ich, daß wir jedwede Anstrengung unternehmen sollten um sicher zu gehen, daß wir nur mit den gesündesten Tieren arbeiten, soweit uns die Untersuchungen darüber Auskunft geben können.                  

In unserer Cattery haben wir einige Katzen, bei denen wir bereits über mehrere Generationen hinweg auf Testergebnisse zurückgreifen können, aber trotzdem ist das, wie bereits oben erwähnt keine Garantie dafür, dass es nicht doch einmal ein Tier gibt, dass den Anforderungen die wir an ein Zuchttier stellen  nicht erfüllen kann. Dies kann zB aufgrund einer schlechtere HD-Bewertung als excellent, good oder fair der Fall sein - ausnahmslos ist ein solches Tier zu kastrieren und wird von uns entweder ersetzt oder es wird die Differenz zwischen Zucht und Liebhabertier zurückerstattet. Die selbe Vorgangsweise gilt auch für den Fall, daß  ein Tier mit HCM diagnostiziert wird. Wir ersetzen anstandslos jedes Tier, daß aufgrund eines schlechten Testergebnisses  nicht zur Zucht eingesetzt werden kann unter der Prämisse, daß nicht Nachzuchten aus dem betroffenem Tier zu Zuchtzwecken behalten werden.
Obwohl wir diese Tests zu Hilfe nehmen und sie für uns ein essentieller Bestandteil unseres Zuchtprogrammes sind, möchten  wir im keiner Weise implementieren, dass wir uns in irgendwelcher  Art als bessere Zucht fühlen als solche Zuchten, die sich entschlossen haben ihre Tiere nicht testen zu lassen. Es gibt viele Diskussionen zu diesem Thema und sehr viele Pro und Kontras   und wir respektieren natürlich diverse andere Standpunkte.                  

Alle unsere Zuchtkatzen werden getestet BEVOR sind in der Zucht eingesetzt werden, das bedeutet, daß sie üblicherweise  das erste Hüftröngten im Alter von10-12 Monaten erhalten (vorläufige Bewertung) - und die erste HCM und PKD Untersuchung im Alter von einem Jahr.

Wir lassen ebenso ein Ultraschall der Nieren machen um die Katze auf PKD zu testen - wir haben zwar bis jetzt noch nie ein positives PKD Ergebnis gehabt, und PKD ist kein weitverbreitetes Problem in Maine Coons, aber wir denken, daß es, wenn die Katze ohnehin zu einer Ultraschalluntersuchung gebracht wird, eine gute Gelegenheit ist, die Nieren auch mit  zu untersuchen.
 Wir senden unsere Hüftröngten zur OFA um sie befunden zu lassen - wir fühlen uns einfach sicherer die Röngtenbilder  von jemanden, der darauf spezialisiert ist, auswerten zu lassen. Es gibt auch noch eine zweite Methode der Auswertung - Penn Hip- ebenfalls eine sehr gute Bewertung.
Unsere Zuchttiere bekommen die endgültige OFA Bewertung nachdem sie zwei Jahre alt sind. Es ist ebenso wichtig, die HCM Untersuchungen regelmäßig und immerwiederkehrend machen zu lassen- im Idealfall einmal jährlich.

 Einige Züchter haben mir erzählt, daß sie entmutigt  wurden ihre Tiere testen zu lassen nachdem sie gehört hatten, daß dies nur in Narkose gemacht werden kann - das ist NICHT richtig - alle meiner eigenen Katzen wurden (mit einer einzigen Ausnahme) ohne Narkose geröngt und wir bekamen Ergebnisse zwischen excellent und fair. Einmal bekamen wir moderate und das lag sicher nicht daran, daß das Tier für das Röngten nicht hätte korrekt ausgerichtet werden können, sondern einfach daran, daß das Tier schlechte Hüften hatte. Wir setzen keine Tiere zur Zucht ein, deren OFA Bewertungen schlechter als excellent, good oder fair sind.

Wenn Sie auf die Rückseite der OFA evaluation card schauen, können Sie sehen, daß es verschiedene Kästchen  zum Ankreuzen gibt - eines davon ist "physical restraint only" was soviel wie "keine Narkose, sondern lediglich festgehalten" bedeutet. Üblicherweise dauert die Röngtenaufnahme keine zwei Minuten und ist in keiner Weise schmerzhaft für die Katze. Wenn Sie einen erfahrenen Tierarzt haben ist die Sache meist bereits vorbei bevor das Tier bemerkt hat, was mit ihm geschieht. Ebenso wie die Röngtenaufnahme ist auch das Ultraschall völlig  harmlos für die Katze, manche Tiere schlafen dabei sogar ein, weil sie ganz entspannt liegen. Auch hier ist keine Narkose nötig.

Einige Leute haben auf meine Frage, wieso sie nicht testen, erwidert,  daß diese Tests einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand  darstellen und somit für sie nicht finanzierbar wären.                  
Nun, vielleicht muß man ja nicht alle Tiere auf einmal testen - es könnte zum Beispiel sinnvoll sein, daß man ein Tier welches verstärkt zur Zucht eingesetzt wird (wie z.B. ein Deckkater) als erstes untersuchen lässt.
Manchmal ist es einfach auch nur eine Frage der Prioritäten, einmal vielleicht die eine oder andere Show auszulassen und stattdessen einmal auf die Uniklinik zu fahren mag eine gute Idee sein und ein gutes, also negatives, Testergebnis zu bekommen ist mindestens so aufregendend und toll  wie der Gewinn einer Best in Show                 !

 Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, scheuen Sie sich bitte nicht uns zu kontaktieren - wir sind keine Ärzte, aber wir konnten doch in den letzten Jahren, in denen wir uns mit diesem Thema beschäftigen Erfahrungen sammeln welche wir gerne bereit sind mit interessierten Leuten zu teilen - sollten wir keinen Rat wissen, sind wir jederzeit gerne bereit mit anderen Tierärzten oder Züchtern in Kontakt zu treten um eine Lösung oder  Antwort zu finden.

Sollten Sie Applicationformulare für die OFA brauchen, können Sie diese jederzeit bei der OFA unter folgender email: ofa@offa.org  bestellen und falls Sie welche dringend benötigen senden wir Ihnen gerne welche zu.
Sollten Sie Hilfe brauchen um einen qualifizierten Tierarzt in  ihrer Nähe zu finden, der diese Untersuchungen durchführt, assen Sie es uns wissen - wir werden gerne einen Tierarzt ausfindig machen, der in Ihrer Nähe und zur Durchführung dieser Tests befähigt ist.

Wir hoffen, daß unsere Offenheit und unsere Bereitschaft unser Wissen und unsere Erfahrungen , positive wie negative, zu teilen allen Züchtern und deren Katzen zu gute kommt - wir hoffen, daß Züchter nunmehr ihre Einstellung den Tests egenüber nochmals überdenken und beginnen ihre Zuchttiere   ntersuchen zu lassen.
Wir hoffen, daß die Züchter langsam verstehen werden, daß  diese Krankheiten jederzeit bei jeder Katze und bei jedem Züchter auftreten können - sie sind NICHT auf einzelne Katzen aus einzelne Linien beschränkt.
Ebenso wichtig ist es zu verstehen, daß Tiere, die an solchen Krankheiten erkrankt sind, kein Schild um den Hals tragen, wo geschrieben steht: "Ich bin krank". Wenn Sie das doch hätten, wäre alles einfach viel leichter - aber unglücklicherweise sind Katzen wahre Meister wenn es um Kompensation geht und vielen Tieren ist ihr schlechtes Befinden erst in einem Endstadium anzumerken. Wenn es dem Besitzer dann auffällt, ist es oftmals zu spät.                  

 Zuletzt hoffen wir auch, daß die Leute langsam toleranter werden und solche Personen, ganz gleich ob Züchter oder Liebhaber, deren Tier an einer dieser Krankheiten erkrankt ist, mit mehr Verständnis und Einfühlungsvermögen begegnen werden- wir sollten nie vergessen, daß es ebenso einmal eines  unsrer Tiere treffen könnte.

Wir wissen, daß es nicht leicht ist über solche Themen zu sprechen, weil gerade in einem Hobby, das oftmals vom Wettbewerb beeinflusst wird, häufig über Probleme nicht offen gesprochen wird und viele Dinge totgeschwiegen werden. Dabei sind jedoch gerade Offenheit und Ehrlichkeit von allergrößter Wichtigkeit, weil wir alle soviel wie möglich über diese Probleme wissen sollten und auch alle noch immer diesbezüglich dazulernen  müssen. Die Schuld gegebenfalls auf andere zu schieben oder sich selbst in Sicherheit zu wiegen indem man sagt "Meine Katzen sind sowieso gesund" hilft der Rasse nicht und wird uns auch nicht helfen unser Ziel zu erreichen - ein Ziel, daß es sein sollte, diese Krankheiten auf lange Sicht hin weitgehenst zu eliminieren.

Dieses Ziel kann jedoch nicht von einer Handvoll von Züchtern erreicht werden - wir müssen gemeinsam dahinter stehen und mit vereinten Kräften gegen dieses Problem ankämpfen und ich weiß, daß es sich lohnt - weil die Maine Coon soll die gesunde und ganz besondere Katze bleiben als die sie bekannt und geliebt ist.